Ungarischer Volksaufstand 1956 – niemals vergessen!

Veröffentlicht: 22. Oktober 2013

Am 23. Oktober jährt sich der Aufstand des ungarischen Volkes gegen die kommunistische Gewaltherrschaft. Die Demonstranten, Studenten und Arbeiter,  forderten eine freie Presse sowie Versammlungsfreiheit, innerhalb weniger Tage wurde die Diktatur durch eine Demokratie unter der Leitung von Imre Nagy abgelöst: Ungarn erklärte sich als neutrales Land, trat aus dem Warschauer Pakt aus und forderte die sowjetischen Truppen zum Verlassen des Landes auf.

Sowjetische Panzer in Aktion

Die sowjetischen Panzer wälzten den Aufstand nieder, ab 4. November 1956 regierte der sowjetische Lakai Janos Kadar. Zahlreiche Aufständische wie Imre Nagy wurden von den neuen Machthabern hingerichtet,  eingesperrt und hunderttausende flüchteten in den Westen, darunter viele in die Schweiz.

Gulaschkommunismus

Nach der Festigung seiner Macht liess Kadar die Zügel etwas lockerer und gewährte minimale kleine Freiheiten. Aber das Land blieb bis zur Wende von 1989 ein totalitärer kommunistischer Staat, etwas mehr Fleisch kann die fehlenden Menschenrechte nicht ersetzen! Beim Fall der Berliner Mauer waren die Ungarn die ersten, die den eisernen Vorhang, die Grenze zwischen Ost und West, öffneten und viele Flüchtlinge aus der DDR in den Westen ziehen liessen.

Kommunismus gegen das Volk

In der Zeit des Kalten Krieges gab es mehrere Volksaufstände in Ost-Europa: 1953 in Ost-Berlin, 1956 in Budapest, 1968 in Prag und in den 80er Jahre in Polen. Trotzdem gab es im Westen, auch in der Schweiz, zahlreiche linke Politiker und Intellektuelle, die die kommunistischen Diktatoren hofierten und den Sozialismus als vorbildlichen “Humanismus” priesen. So reiste Helmut Hubacher im August 1988 mit einer Delegation der Parteiführung SPS wie Peter Bodenmann, Ursula Mauch, André Daguet zu Janos Kadar, eine Wallfahrt, wie man das zu Recht kritisierte.  Die meisten Politiker weigern sich auch heute noch, ihre Fehleinschätzung zuzugeben und zu bereuen. –  Die Lehre, die man aus diesen Ereignissen ziehen kann: die Bürger sind nicht bereit, auf die Menschen- und Freiheitsrechte zu verzichten, Diktaturen werden früher oder später hinweggefegt, siehe auch den arabischen Frühling.

Dass der Kommunismus weltweit 95 Millionen Tote zu verantworten hat, kann man in der Resolution 1481 vom Jahre 2006 des Europarates nachlesen.

Das sei niemals vergessen!

Geschrieben von Erwin Bischof um 16:05 | Kommentare (1)

KSoA: Keine Schweiz ohne Armee!

Veröffentlicht: 12. Juli 2013

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), kräftig unterstützt von den Sozialdemokraten und den Grünen (früher: POCH-Kommunisten) versucht seit Jahren, den Schweizerinnen und Schweizern einzureden, unser Land brauche keine Armee.  Neueste Version: die am 22. September 2013 zur Abstimmung kommende Volksinitiative zur Aufhebung der Wehrpflicht. Dieses Ansinnen ist schon mehrmals an der Urne gescheitert, aber: steter Tropfen höhlt den Stein, so denken die Armee-Abschaffer und probieren es immer wieder…

 

1. Illusion Nr. 1: Die “freiwillige Milizarmee”. Die Freiwilligen sollen es richten, so jedenfalls argumentieren die Initianten. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen aber klar, dass sich nicht genügend gut qualifizierte Freiwillige melden, also wäre eine solche Pseudo-Armee nichts wert, die Abschaffung käme durch die Hintertüre!

 

2. Angriff auf das Solidaritätsprinzip der Schweiz: Werden Freiwillige mit guten Löhnen zum Militär gelockt, wird bald der Ruf nach staatlicher Entschädigung für Miliz-Tätigkeiten in Vereinen, Feuerwehr, Politik usw. ertönen, das Erfolgsmodell der Schweiz wäre damit zerstört.

 

3. Keine genügende Sicherheit mehr in unserem Lande: Die Welt ist auch heute noch unsicher, Terroranschläge, Natur- und technische Katastrophen können von einem Tag auf den anderen die zivilen Rettungskräfte von Polizei und Zivilschutz überfordern. Es braucht unbedingt die Unterstützung der Armee.

 

4. Es geht um die Abschaffung der Armee, nicht um ein Freiwilligen-Heer: Die linken Initianten dazu:

a) SPS: “Die SP setzt sich für die Abschaffung der Armee ein… Solange eine Armee existiert, fordert die SP die Aufhebung der Wehrpflicht.” Parteiprogramm 2010

b) Grüne Partei: “Die Grünen Schweiz haben im Jahr 2001 die zweite Armeeabschaffungs-Initiative unterstützt. Zu deren zentralen Anliegen stehen die Grünen nach wie vor: die Schweiz braucht keine Armee.” Wahlplattform 2007

c) GSoA: “Das Ziel der GSoA bleibt die Abschaffung der Armee. Um die Armee in ihren Grundfesten zu erschüttern… ist die Aufhebung der Wehrpflicht das geeignetste Mittel.” GSoA-Flyer zur Volksabstimmung

 

Historische Rückblende auf den Kalten Krieg: Linke Wortführer  aus der SP, den Grünen (damals POCH-Kommunisten) und der Partei der Arbeit (Kommunisten) von Hubacher und Vollmer bis Vischer und Ziegler haben sich  damals von der aggressiven und hochgerüsteten Atommacht Sowjetunion und ihren Friedensschalmeien einlullen lassen. Sie hofierten kommunistische Massenmörder wie Mao, Kim Il Sung und Honecker. In der Öffentlichkeit machten sie Stimmung gegen die wehrhafte Schweiz und stimmten im Parlament gegen die Armeekredite. Wie neue Forschungen beweisen, hatten Stasi-Spione Kontakte zu ebendiesen Kreisen bei ihrer Unterwanderung der freien Schweiz. Sogar in der Verwaltung gab es Verräter wie Brigadier Jeanmaire und andere,  die die Sicherheit des Landes aufs Spiel setzten.

Auch damals wie heute gilt: eine Politik der Illusionen bringt der Schweiz keine Sicherheit. Darum am 22. September NEIN zur Unsicherheits-Initiative! 

Mehr über die Stasi-Spionage erfahren Sie im neuen Buch:

Erwin Bischof, Verräter und Versager, wie Stasi-Spione im Kalten Krieg die Schweiz unterwanderten,  interforum Bern, 2013 ISBN 978-3-9524099-1-6

 

Geschrieben von Erwin Bischof um 14:42 | Kommentare (0)

Professor Walther Hofer zum Gedenken

Veröffentlicht: 3. Juni 2013
Prof. Walther Hofer an seinem 90. Geburtstag

Prof. Walther Hofer an seinem 90. Geburtstag

Walther Hofer ist am 1. Juni 2013 im 93. Lebensjahr nach kurzer Krankheit gestorben.

Welch eine grosse Anziehungskraft als akademischer Lehrer: zahlreiche Schüler, wie der Verfasser, kamen extra aus anderen Landesteilen, aus Deutschland und Japan, um  beim Geschichtsprofessor in Bern studieren zu können.

Wer das Privileg hatte, Walther Hofer über Jahrzehnte zu kennen, den hat er beeindruckt durch sein scharfes Denken und das klare Urteil in zeitgeschichtlichen und politischen Fragen. Hofer gehörte einer Generation an, die den Totalitarismus nationalsozialistischer und kommunistischer Prägung erlebt und erlitten hat. Sein Hauptwerk „Der Nationalsozialismus“ entstand in West-Berlin, wo er als junger Professor an die Freie Universität Berlin berufen wurde. Dieses Buch,  in acht Sprachen übersetzt,  entwickelte sich gar zu einem Bestseller mit 50 Auflagen und 1,3 Mio verkauften Exemplaren. Die deutschen Schulen verwendeten das Werk als Lektüre für den Geschichtsunterricht. Hofer war ohne Zweifel international der bekannteste  Schweizer Historiker.

Antikommunist der ersten Stunde

In der Frontstadt Berlin erlebte er hautnah den sowjetischen Panzerkommunismus: Niederschlagung der Volksaufstände in Berlin 1953 und Budapest 1956. Professor Hofer lebte nicht im Elfenbeinturm. Er betätigte sich auch als Berichterstatter für das Echo der Zeit des Schweizer Radios.  Nachher kehrte er zurück in die Schweiz und lehrte von  1960 – 1988  als Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität Bern.

Hofers Credo

Hofers politisches Credo war gegründet auf dem festen Fundament der freiheitlichen Demokratie, dem Rechtsstaat und der offenen Gesellschaft westlicher Tradition. Den in intellektuellen Kreisen weitverbreiteten sozialistischen Zeitgeistströmungen gegenüber blieb er resistent, ja er lehnte sie kategorisch ab.  Hofer war kein Leisetreter, er kämpfte offen gegen  totalitäre marxistische Ideologien, wo immer sie auftraten, auch an den Universitäten. Wie vom Verfasser neu aufgearbeitete Akten aus dem Stasi-Archiv in Berlin nachweisen, waren die Schweizer Hochschulen zur Zeit des Kalten Krieges stark unterwandert von Stasi-Spionen, die eng mit gewissen Vertretern der 68er zusammen arbeiteten.  Dass die braunen und roten Diktaturen schliesslich auf dem Misthaufen der Geschichte Europas landeten, hat Hofer eine grosse persönliche Genugtuung bereitet.

Hofer als Politiker

Die kämpferische Natur Hofers führte ihn folgerichtig bald auch in die Arena der Politik. Von 1963 – 1979 war er Berner Nationalrat der BGB (SVP), wo er sich auf Fragen der Bildung und der Aussenpolitik spezialisierte. Er befürwortete u.a. den aktiven Kampf für die Menschenrechte in der Aussenpolitik, ein Novum in der damaligen Zeit. Auch im Europarat, wo er der parlamentarischen Delegation der Schweiz angehörte, war Hofer eine viel beachtete Stimme für die Freiheit.

Misstrauen gegenüber Fernsehen

Den elektronischen Monopolmedien Radio und Fernsehen begegnete Hofer mit Misstrauen, weil sie viel Macht ausübten.  Die von ihm gegründete und präsidierte Radio- und Fernsehvereinigung (SRFV), genannt Hofer-Club,  kommentierte die Sendungen kritisch und wies des öftern auf linke Einseitigkeiten hin, die nicht mit der vom Gesetz geforderten sachgerechten Berichterstattung in Einklang zu bringen waren.

Viel Feind, viel Ehr

Wer kämpft, der hat auch Gegner. Die blieben Hofer nicht erspart. Seine konsequente Haltung stiess auch auf Ablehnung und Unverständnis. Sein humorvoller Umgang mit anderen Menschen jedoch hat manch einer harten Auseinandersetzung die Spitze gebrochen.

Nicht umsonst konnte Hofer zeitlebens auch viel Respekt und Achtung ernten. Die Bundesrepublik Deutschland verlieh ihm das Grosse Verdienstkreuz für seine Meriten. Bundeskanzler Helmut Kohl, auch er Historiker, lobte Hofers Beitrag zur Identitätsfindung der Bundesrepublik Deutschland.

Walther Hofers Lebenswerk als politischer Denker ist beeindruckend. Kollegen, Schüler und Freunde, aber auch die Schweiz als freier, demokratischer Rechtsstaat haben ihm viel zu verdanken. Das sei nicht vergessen.

Erwin Bischof, Historiker, Publizist, früherer Schweizer Diplomat, Bern. Sein neuestes Buch: „Verräter und Versager, wie Stasi-Spione im Kalten Krieg die Schweiz unterwanderten“, interforum, Bern 2013. Zu bestellen auf www.interforum-events.ch.

Geschrieben von Erwin Bischof um 13:26 | Kommentare (1)

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